Musigprediger

Nun mal einige Gedanken zum Namen „Musigprediger“. Zuerst einmal die Erklärung: Weshalb „Musigprediger“ und nicht „Musikprediger“. „Musigprediger“ ist Schweizerdialekt. Da ich in der Schweiz lebe, ist Schweizerdeutsch die Sprache, mit der ich mit den meisten Menschen um mich herum kommuniziere. Und viele meiner Chançons habe ich auf Schweizerdeutsch geschrieben. Die Artikel schreibe ich aber lieber hochdeutsch, weil sie so mehr Menschen verstehen können und auch weil es für mich einfacher ist. Und ich freu mich, dass dank Googleübersetzer meine Artikel auch von Menschen mit anderer Sprache gelesen werden können. Ja, es war für mich eine tolle unerwartete Überraschung Feedbacks aus verschiedenen Ländern in verschiedenen Sprachen zu erhalten.

Musik predigt immer. Musik ist immer Übermittlerin einer Botschaft. Musik und Sprache gehören zusammen. Dies wurde mir vor allem in meiner Zeit in Rom bewusst, in der ich zu Beginn eine Italienischsprachschule besuchte. Da wurde ich gelehrt, dass die Sprache eine Melodie und einen Rhytmus hat. Und damit Italienisch wie Italienisch klingt, muss man auch mit der richtigen Sprachmeldodie und dem richtigen Rhytmus sprechen.

Damals hatte ich ein Liedchen darüber geschrieben, welches mir nun wieder in den Sinn gekommen ist. Der Einfachheit halber wieder im Selfiemodus meines Handys aufgenommen.

C’è un nuovo modo per imparare l’italiano senza parola.
Si esprime simplicemente con:
Allora, be, bene, uf, uffa, che barba, mamma mia.
Ma importante è l’intonazione e la melodia di ogni phrase,
l’azento, il ryhtmo.
E tutto si dice con velocità.

Es gibt eine neue Methode, um Italienisch zu lernen.
Man drückt sich einfach aus mit:
Allora, be, bene, uf, uffa, che barba, mamma mia.
Aber wichtig ist die Intonation und die Melodie jedes Satzes,
der Akzent, der Rhymus.
Und alles sagt man mit Geschwindigkeit.
In einem Lied wird der bereits musikalische Charakter einer Sprachbotschaft nur noch verstärkt. Die Musik spricht nicht nur den Verstand an, sondern auch die Gefühle. Und ich glaube, dass bei der Musik noch eine tiefere Ebene berührt wird, nämlich die geistliche Ebene. Dies erklärt, warum Musik tiefer gehen kann, als nur Worte. Es erklärt auch, dass Musik selbst ohne Worte eine Botschaft weiter gibt.

Es ist mir ein Anliegen, mit meiner Musik eine klare Botschaft weiter zu geben, eine Botschaft, die verstanden wird. Ich will mit meinen Liedern anregen, zum Nachdenken, zum Selber denken und wo angezeigt auch zum umdenken.

Dazu passt das Liedchen:

Nume, e chli schüttlie, nume e chli rüttle,
Das mach i würklech gern.
Das will i mit mim Singe:
Gedanke is Wanke bringe.

Nur ein bisschen schütteln, nur ein bisschen rütteln,
Das mach ich wirklich gern.
Das will ich mit meinem Singen:
Gedanken ins Wanken bringen.

Hinter jeder Musik steckt eine Botschaft. Doch nicht immer ist sie klar ersichtlich. Manchmal ist sie sogar absichtlich versteckt. Doch oft wird sie einfach nicht wahr genommen. Man lässt sich berieseln von Musik. Auch wenn man die Botschaften nicht bewusst wahr nimmt, so kann es doch geschehen, dass wir von ihnen beeinflusst werden.

Der Mensch neigt dazu, Botschaften, die er immer und immer wieder hört, zu glauben. So kann Musik auch dazu gebraucht werden, Menschen zu manipulieren, Botschaften zu glauben, ohne sie mit dem Verstand zu prüfen. Unterhaltung kann zu Untenhaltung werden. Mit Untenhaltung meine ich Menschen bewusst unten zu halten, ihnen nicht zu helfen, eigene reife Entscheidungen zu fällen, sondern sich Entscheidungen anderer ungeprüft zu unterordnen.

So meine ich, in unserer Gesellschaft so manche Entwicklung wahr zu nehmen, die kaum möglich gewesen wäre, wenn die einzelnen Menschen sich bewusst gewesen wären, wohin diese Entwicklungen führen. Ich vermute, dass viele sich nicht für diese Entwicklungen entschieden haben, sondern in solche Entwicklungen hinein manipuliert wurden. Ich denke an die vielen Ehescheidungen, die vielen Abtreibungen und anderes.

Dazu noch ein Liedchen:

I bi e Musigprediger, e Lugierlediger,
wenn i gseh, bin i schockiert,
was i üsem Ländli als passiert.
Do hilft nume e gueti Predigt,
sös simmer ali erledigt.

Ich bin ein Musikprediger, ein Lügenerlediger.
Wenn ich seh, bin ich schockiert,
was in unserem Land alles passiert.
Da hilft nur eine gute Predigt,
sonst sind wir alle erledigt.

Prüfet alles und das gute behaltet. Das gilt auch für die Botschaften in musikalischer Form.

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