Die zornige Liebe

Der Titel mag stutzig machen. Kann Liebe zornig sein? Ist der Zorn nicht das Gegenteil von Liebe?

Lasst uns mal zusammen eine kleine märchenhafte Geschichte erfinden. Da ist ein Prinz, der sehr reich ist. Und dieser Prinz hat eine Braut, die er über alles liebt. Und er baut für diese seine geliebte Braut ein wunderschönes Schloss. Auch sonst überschüttet er seine Braut mit Liebe. Und am Tage der Hochzeit beim Traualtar sagt seine geliebte Braut: Nein, ich will nicht. Und sie zieht es vor in einer ärmlichen Hütte zu wohnen, Hauptsache, nicht mit dem Prinzen zusammen. Wird der Prinz einfach mit den Achseln zucken und sagen: „Nanu, dann will sie mich eben nicht. Ist mir doch auch egal.“ Wäre das Liebe? Nein! Er wird zornig sein. Sein Zorn wird so gross sein wie seine Liebe. Der Zorn wird der Ausdruck von seiner Liebe sein.

Die Bibel erzählt uns, dass Gott den Menschen als Krönung der Schöpfung zu seinem Ebenbild geschaffen hat, um in einer Liebesbeziehung mit ihm zu leben. Er hat das Paradies geschaffen, den wunderbaren Garten Eden und den Menschen hinein gesetzt. Alles hat er aus vollkommener Liebe mit absoluter Perfektion und Reinheit gemacht. Und die ersten Menschen Adam und Eva haben in vollkommener Harmonie und Liebe mit Gott, untereinander und mit den Tieren und Pflanzen gelebt.

Doch weil Liebe nur möglich ist, wo Freiheit ist, musste Gott den Menschen die Möglichkeit geben, nein zu ihm zu sagen. Und mit dem Essen vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse hat der Mensch zu Gott „Nein“ gesagt. „Gott, ich vertraue dir nicht. Ich will selber beurteilen, was Gut und was Böse ist. Ich will nicht tun, was Du willst, sondern, was ich will.“ Wir können uns nicht vorstellen, wie weh Gott diese Entscheidung des Menschen getan hat und wie zornig sie ihn gemacht haben muss. So gross wie seine Liebe ist auch der Zorn Gottes.

Seit dieser Entscheidung von Adam und Eva stehen wir Menschen unter dem Zorn Gottes. Es ist nicht Gott, der sich gegen den Menschen entschieden hat. Es ist der Mensch, der sich gegen Gott entschieden hat. Und Gott akzeptiert diese Entscheidung des Menschen. Gott hatte Adam gewarnt: „Wenn du von diesem Baum isst, dann musst du sterben.“ Tod im Sinne der Bibel bedeutet nicht Nichtexistenz, sondern Existenz in der Trennung von Gott.

Gott ist die Quelle des Lebens. Wenn der Mensch sich von dieser Quelle abschneidet, dann wird er verdursten. Jesus verdeutlicht diese Wahrheit mit dem Bild des Weinstocks in Johannes 15. Jesus beschreibt sich selbst als der Weinstock und seine Jünger als die Reben. Solange die Rebe am Weinstock bleibt, hat sie Leben und bringt Frucht. Sobald sie vom Weinstock getrennt wird, verdorrt sie und wird schliesslich ins Feuer geworfen.

Trotzdem die Menschen Gott verworfen haben und deshalb unter dem Zorn Gottes stehen, hat Gott nicht aufgehört, die Menschen zu lieben. Wir haben ja bereits festgestellt, dass der Zorn Gottes nicht im Gegensatz zu seiner Liebe steht, sondern ein Ausdruck seiner Liebe ist.

Gott gibt dem Menschen eine Chance, zu ihm zurück zu kommen. Er ruft Abraham, seine Heimat zu verlassen und im Vertrauen zu ihm loszuziehen in ein Land, welches er ihm zeigen will. Abraham glaubte Gott und gehorchte seinem Wort. Damit tat er das Gegenteil von dem, was Adam und Eva getan hatten. Diese hatten Gott nicht geglaubt und deshalb Gott nicht gehorcht. Weil Abraham Gott vertraute, konnte Gott seine Heilsgeschichte mit ihm beginnen. Deshalb hat Gott ihm versprochen, dass durch ihn und durch das verheissene Volk, das durch ihn entstehen sollte, alle Völker der Erde gesegnet werden sollten. Können wir uns die Freude Gottes über Abraham und sein Volk, das aus seinem Samen entstehen sollte, vorstellen? So gross wie seine Liebe, so gross ist sein Zorn und so gross auch seine Freude.

Mit Abraham hat die Heilsgeschichte begonnen. Eine wichtige neue Etappe in dieser Heilsgeschichte begann mit Mose. Durch Mose hatte Gott seinem erwählten Volk Israel das Gesetz gegeben. Und das Gesetz ist nichts anderes als die Beschreibung wie Liebe praktisch aussieht. So ist das grösste Gebot das Doppelgebot der Liebe: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken“. Und das zweite ist ihm gleich:“Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Matthäus 22,37-38.

Doch wissen wir ja alle, dass es mit einem „Du sollst…“ nicht getan ist. „Ja, wenn alle Menschen so leben würden, wie ich sollte, dann hätten wir es gut auf dieser Welt.“ Gesetze allein machen keine besseren Menschen. Die Gesetze zeigen den Menschen viel mehr ihre Unfähigkeit auf, so zu leben, wie sie sollten. Natürlich bis zu einem gewissen Standard schaffen wir Menschen es. Die einen bringen es sogar auf einen höheren Standard als andere. Aber niemand schafft es bis zum Standard Gottes.

Als Jesus mit seiner Predigttätigkeit begann, hat er den Juden in der Bergpredigt mal den Standard Gottes vor Augen geführt. Zum Beispiel: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist:“Du sollst nicht töten!“, wer aber tötet, der soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt ohne Ursache, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber seinem Bruder sagt: Raka!, der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr!, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.“ Matthäus 5,21-23.

Bei dieser Gelegenheit ein Gedanke zum „höllischem Feuer“. Wir sprechen ja auch von feuriger Liebe. Und verschmähte Liebe brennt wie Feuer. Könnte es sein, dass das höllische Feuer die verschmähte Liebe Gottes ist? Das heisst: Auch die Hölle ist ein Ausdruck der Liebe Gottes und steht nicht im Widerspruch zu seiner Liebe.

Zurück zum Standard Gottes! Wer von uns hat nicht schon zu irgendjemand ein entwertendes Wort wie „Narr“ oder schlimmer gesagt? Empfinden wir es nicht als etwas übertrieben, deswegen in das höllische Feuer geworfen zu werden? Wenn wir aber einmal vor Gottes Gericht stehen werden, so wie es Jesus gelehrt hat, so werden wir nicht nach unserem Empfinden gerichtet werden, sondern nach Gottes Standard und Masstab. Da können wir uns nicht heraus reden, in dem wir sagen: Ja, was ich gesagt habe ist noch harmlos zu dem, was der andere zu mir gesagt hat. Oder, lieber Gott, Du musst einfach verstehen, dass mir in dieser Situation dieses Wort einfach raus gerutscht ist.

Wir Menschen sind es gewohnt, uns vor uns selbst und anderen zu rechtfertigen, indem wir den Standard der Gerechtigkeit einfach runterschrauben. Ein gerechter und heiliger Gott aber macht das nicht. Er würde sich selbst untreu. Er würde aufhören, ein vollkommen liebender Gott zu sein. Auch die Gerechtigkeit und Heiligkeit ist ein Aspekt der Liebe Gottes.

Wenn Gott tolerieren würde, dass jemand einem Mitmenschen ein entehrendes Wort sagt, dann würde er tolerieren, dass demjenigen, dem dieses Wort galt, Unrecht getan wird. Und Gott kann kein Unrecht tolerieren, weil er voll Liebe und gerecht ist. Echte Liebe ist gerecht und nicht tolerant gegenüber Ungerechtigkeit.

Wir Menschen haben oft ein völliges Missverständnis von Liebe. Wir glauben, wenn Gott uns Menschen liebt, dann kann er nicht zornig über sie sein, sie nicht richten und sie nicht in das höllische Feuer werfen. Das Gegenteil ist der Fall: Weil Gott die Menschen liebt, ist er zornig über sie, richtet sie und wirft sie in das höllische Feuer. Dabei besteht das Gericht nur darin, dass er die Entscheidung akzeptiert, die die Menschen selber getroffen haben. Und die Entscheidung eines andern zu akzeptieren bedeutet, ihn zu lieben und zu achten.

Gut, wenn wir das erkannt haben. Aber nun wären wir in einer absolut hoffnungslosen Situation, wenn Gott nicht seinen Sohn Jesus als Retter gesendet hätte.

Johannes 3,14-18: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt nicht verloren geht, sondern erwiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.“

Gott hat nicht nur bei der Schöpfung sein Bestes gegeben. Er hat mit Jesus sein Liebstes gegeben um uns Menschen die Gelegenheit zu geben, in die Liebesgemeinschaft mit ihm zurück zu kehren. Seinen geliebten Sohn hat er auf die Erde gesandt,  um uns Menschen sein Wesen und seine Liebe, seine Heiligkeit, Reinheit und Gerechtigkeit zu zeigen. Und dieser Jesus, der als einziger keine Sünde getan hatte, hatte als unschuldiges Lamm die Schuld der ganzen Menschheit auf sich genommen und starb stellvertretend am Kreuz auf Golgatha.

Das ist eine unvorstellbar grosse Liebe. Gott gibt dem Menschen, die Chance zu ihm zurück zu kehren. Und wie weh muss es ihm tun, wie zornig muss er werden, wenn wir diese Liebe gering achten, diese Chance nicht nutzen und ihm damit wieder ein „Nein“ ins Angesicht werfen.

Es ist wahr, dass Gott alle Menschen liebt. Aber es ist nicht das Wissen um diese Liebe, die uns rettet. Was uns rettet ist, wenn wir das Rettungsangebot, das Gott uns in Jesus Christus macht, annehmen.

Der Himmel und das höllische Feuer ist eine Seite der Liebe Gottes, ein Ausdruck der Liebe Gottes. Und wir haben die Freiheit zu entscheiden, welche Seite der Liebe Gottes wir in Ewigkeit erleben wollen.

Und wie können wir das Rettungsangebot annehmen?

Die Antwort finden wir in Apostelgeschichte 2,38:“Tut Busse und ein jeder lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“

Das sind drei Schritte, die zusammengehören. Natürlich ist die Voraussetzung, dass wir diese drei Schritte tun können, der Glaube an Gott, sein Schöpfungs- und sein Erlösungswerk durch Jesus Christus.

Tut Busse! Dies bedeutet, ich erkenne, dass ich vor Gott schuldig geworden bin und Vergebung der Sünden brauche. Ich erkenne, dass ich eine gefallene Natur habe, in der das Gute und auch das Böse wohnt und ich es deshalb aus meiner Kraft nicht schaffe, ein Leben zu führen, welches dem Standard Gottes genügt. Und ich entscheide mich, das Erlösungswerk durch Jesus Christus anzunehmen, seine Vergebung meiner Sünden und das Geschenk einer neuen Kreatur. Ich entscheide mich für ein Leben in der Liebesgemeinschaft mit Gott. Ich entscheide mich, nicht mehr getrennt von Gott zu leben, nicht mehr meinen eigenen Willen durchzusetzen, sondern mein Leben im Gehorsam Gottes Willen zu unterordnen.

Ein jeder lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden. Eine biblische Taufe ist ein völliges Untertauchen im Wasser. Hier wird die Entscheidung, welche vorher in der Busse getroffen wurde in die Praxis umgesetzt. Durch das Untertauchen im Wasser stirbt der alte Mensch mit all seinen Sünden (Übertretungen der Gesetze Gottes) und seiner gefallenen Natur von Gut und Böse, und wird begraben. Und mit dem Hochkommen aus dem Wasser steht ein neuer Mensch auf, dem die Sünden vergeben sind und der eine neue Natur hat, welcher ein Leben führen kann, welches Gott gefällt.

So werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen!“ Durch die Taufe geschieht eine Neugeburt oder Wiedergeburt. Dies ist die Voraussetzung für den Empfang des Heiligen Geistes. Nur durch den Heiligen Geist können wir in diesem neuen Leben, welches Gott gefällt leben.

Busse, Taufe und Empfang des Heiligen Geistes sind drei Dinge, die zusammen gehören. Ohne vorhergehende Busse ist eine Wiedergeburt in der Wassertaufe nicht möglich. Und ohne Wiedergeburt können wir nicht mit den Heiligen Geist nicht empfangen. Und ohne Heiligen Geist können wir nicht in der neuen Natur, welche wir durch die Wassertaufe erhalten haben, leben.

Die Zeit zur Entscheidung

Immer wieder, wenn ich mit Menschen über das Evangelium spreche, höre in etwa Folgendes. Ich lebe im Jetzt und was danach kommt, das sehe ich dann.

Das tönt auch ganz vernünftig. Eine Entscheidung kann man ja erst dann fällen, wenn man die Fakten kennt, wenn man weiss, warum es geht. Und weil man ja noch nicht weiss, was nach dem Tod sein wird, kann man jetzt auch noch nicht eine Entscheidung fällen für ein Leben nach dem Tod. Verbunden ist diese Einstellung oft mit der Haltung: Ich glaube nur, was ich sehe.

Ist diese Einstellung wirklich so vernünftig, wie sie auf den ersten Blick tönt? Nehmen wir sie doch mal etwas genauer unter die Lupe.

Schauen wir doch mal zuerst an, was Glaube bedeutet.

Die Bibel definiert Glaube in Hebräer 11,1 so: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“

Der Glaube hat also mit Hoffnung zu tun. Und Hoffnung bezieht sich immer auf etwas in der Zukunft. Ich kann weder auf etwas Vergangenes hoffen noch auf etwas in der Gegenwart. Und sehen kann ich nur in der Gegenwart. Deshalb bezieht sich Glaube, wie ihn die Bibel definert, immer auf etwas, was man nicht sieht. Zu glauben, was man sieht ist nach biblischer Definition ein Ding der Unmöglichkeit.

Wie sieht Glauben im täglichen Leben aus? Wir sprechen von einem Handeln aus Treu und Glauben. Ein Wort, welches dem Wort Glauben sehr nahe kommt, ist Vertrauen. Wenn wir einem Handwerker einen Auftrag geben, dann tun wir das im Vertrauen, dass er gute Arbeit leistet. Und der Handwerker nimmt den Auftrag an im Vertrauen, dass wir die Rechnung bezahlen.

Sehen wir zur Zeit der Auftragserteilung, dass der Handwerker gute Arbeit leistet? Nein! Vielleicht haben wir schon früher ihm einen Auftrag erteilt und dann gesehen, dass er gute Arbeit macht. Deshalb vertrauen wir ihm. Wir glauben, dass er auch diesmal wieder gute Arbeit leisten wird. Aber da die gute Arbeit in der Zukunft liegt, sehen wir sie noch nicht.

Wir hatten einem Plattenlegergeschäft einen Auftrag gegeben. Und dieses Geschäft hatte uns einen Arbeiter geschickt, der den Auftrag hervorragend ausführte. Deshalb haben wir im Vertrauen diesem Geschäft auch den nächsten Auftrag anvertraut. Aber diesmal kamen zwei andere Arbeiter und mit deren Arbeitsqualität waren wir nicht zufrieden.

Ja, es kommt der Moment, wo wir sehen, wenn wir im Glauben eine Entscheidung fällen. Aber wenn wir sehen, dann ist der Zeitpunkt der Entscheidung vorbei. Als der Auftrag ausgeführt und die Platten verlegt waren, war der Zeitpunkt der Entscheidung vorbei. Und die Entscheidung konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Wir entscheiden immer im Jetzt in Treu und Glauben für die Zukunft. Und im Nachhinein sehen wir, ob das, was wir geglaubt haben, auch wirklich so eintrifft oder nicht.

Es kommt die Stunde der Wahrheit. Es kommt die Stunde, wo es sich zeigt, ob wir das Richtiges oder Falsches geglaubt haben.

Dazu eine kleine Zwischenbemerkung. Viele sagen: Hauptsache, man glaubt etwas. Was spielt nicht so eine Rolle. Dies stimmt in einer Hinsicht. Solange man etwas glaubt, ist man zuversichtlich und guten Mutes, egal ob das, was man glaubt richtig ist oder falsch. Aber wenn die Stunde der Wahrheit kommt, dann wird der glücklich sein, der das Richtige geglaubt hat. Und wer das Falsche geglaubt hat, wird enttäuscht sein.

Dies betrifft unsere Entscheidungen für das tägliche Leben im Hier und Jetzt. Aber es gilt auch für das Leben nach dem Tod. Wenn die Bibel wahr ist, dann entscheiden wir in dem Leben hier und jetzt, wo wir unser ewiges Leben nach dem Tod verbringen werden, entweder im Reich Gottes (Himmel) oder im Reich der Finsternis, getrennt von Gott. Die Bibel spricht von der Hölle und von einem Feuersee, der ewig brennt, einem Ort der Qual, die nie aufhört.

Jetzt ist die Zeit der Entscheidung. Nach dem Tod werden wir sehen, ob die Bibel recht hat oder nicht. Aber für eine Entscheidung ist es dann zu spät. Jetzt können wir über unsere ewige Zukunft entscheiden. Wir können nur im Glauben entscheiden.

Entweder glauben wir, dass die Bibel recht hat. Oder wir glauben, dass sie nicht recht hat. Sollte sie nicht recht haben, und sollte es kein Leben nach dem Tod mehr geben und ich habe ihr geglaubt, dann habe ich das Leben hier in einem falschen Glauben gelebt. Sollte sie aber recht haben, und ich habe ihr nicht geglaubt, dann werde ich die Ewigkeit am falschen Ort verbringen. Ich meine, es lohnt sich, zumindest zu prüfen, ob die Botschaft der Bibel nicht wahr sein könnte.

Eine kurze Zusammenfassung über die Botschaft der Bibel finden Sie auf der Seite: „Die beste Botschaft“.

Wer ist ein Christ?

Worte werden oft ganz verschieden gefüllt oder definiert. So ist es auch mit dem Wort Christ. Im Gespräch mit Menschen begegnen mir immer wieder folgende Definitionen. Keine dieser Definitionen ist falsch. Es ist aber gut, wenn wir sie unterscheiden. Viele Missverständnisse geschehen dadurch, dass man zwar die gleichen Worte gebraucht, aber ganz verschiedene Dinge darunter versteht. In Gesprächen ist es deshalb immer wieder wichtig zu prüfen, ob man mit dem gleichen Wort auch das Gleiche meint.

Christ als kulturelle Definition

Wir leben ja im sogenannten christlichen Abendland. Manche bezeichnen sich als Christen, weil sie hier in einer noch christlich geprägten Kultur gross geworden sind. Die westliche Kultur wird oft auch von Menschen aus andern Kulturkreisen als christlich bezeichnet. Aus einer solchen Sicht, wurden die Kreuzzüge von den Christen ausgeführt, ebenfalls der Holocaust.

Christ als institutionelle Definition

Viele bezeichnen sich als Christen, weil sie Mitglied einer christlichen Landes- oder Freikirche sind. Für die einen sind nur die aktiven Mitglieder wirkliche Christen. Die passiven werden dann als Namenschristen bezeichnet.

Christ als konfessionelle Definition

Konfession bedeutet Bekenntnis. Manche Christen bezeichnen sich als bekennende Christen. So ein Bekenntnis kann sein: Ich glaube, dass Jesus für meine Sünden gestorben ist und ich deswegen ewiges Leben im Himmel habe. In vielen Kirchen wird auch gemeinsam immer wieder das Apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen.

Christ als biblische Definition

Da die Bibel bekannterweise verschieden interpretiert (ausgelegt) wird gibt es logischerweise auch verschiedene biblische Definitionen, wer ein Christ ist.

Deshalb ist das, was ich im Folgenden schreibe lediglich die Definition, wie ich die Bibel verstehe. Und ich möchte allen Mut machen, prüft das, was ich schreibe anhand der Bibel, besonders anhand des neuen Testamentes.

Ein Christ ist ein Jünger Jesu

Im Neuen Testament kommt das Wort Christ kaum vor. In Apostelgeschichte 11,26 wird beschrieben, dass in Antiochen die Jünger Jesu das erste Mal Christen genannt wurden. Das bedeutet, dass Christ eine andere Bezeichnung für einen Jünger Jesu ist. Die Anweisung Jesu an seine Jünger in Matthäus 28,19 heisst: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker …….“

Im Neuen Testament ist fast ausschliesslich von Jüngern, Heiligen oder Gläubigen die Rede.

Alle vier Worte bezeichnen immer die gleiche Wirklichkeit. Das heisst ein Christ ist ein Jünger, ein Heiliger und ein Gläubiger. So ist es nicht möglich gemäss der Bibel ein Christ zu sein, ohne ein Jünger, ein Heiliger und ein Gläubiger zu sein. Ebenso ist es nicht möglich, ein Gläubiger zu sein ohne ein Jünger und ein Heiliger zu sein.

Dies bedeutet, dass alle Bedingungen, die Jesus für die Jüngerschaft genannt hat auch für das Christsein gelten:

  • Busse: Ich erkenne, dass ich vor Gott schuldig geworden bin und mit all meinen Anstrengungen nicht ein Leben führen kann, das Gott gefällt (sündhafte Natur) Matthäus 4,17
  • Wiedergeburt durch Wassertaufe und Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Johannes 3,5-6
  • Selbstverleugnung und Bereitschaft, das Kreuz auf sich zu nehmen (Bereitschaft, für Jesus zu sterben) Matthäus 16,24
  • Jede menschliche Beziehung hintenanstellen Lukas 14,26 (Die Bedeutung von hassen ist hier: hintenanstellen oder sie weniger wichtig nehmen als die Beziehung zu Jesus, Jesus an die erste Stelle setzen.)
  • allem entsagen, was man hat Lukas 14,33 Das heisst alles Hab und Gut unter die Herrschaft Jesu stellen. Dazu gehört die Bereitschaft alles wegzugeben oder zu verlieren um Jesu willen. (nicht um einer Organisation willen!)
  • Tun, was Jesus sagt. Matthäus 7,24

Der Begriff Jünger kommt dem Begriff Lernender oder Auszubildender, welchen wir von einer Berufslehre her kennen, sehr nahe. Das Ziel ist, wie der Meister zu werden. Es geht dabei nicht nur um Wissensvermittlung, sondern das Aneignen von praktischen Fähigkeiten und Charakterschulung. Das Ziel eines Jüngers ist es, wie Jesus zu werden . Das Wort Christ beschreibt Menschen, die Christus sehr ähnlich sind.

Christus ist die lateinische Bezeichnung für Messias und bedeutet: Der Gesalbte. Als Christen dürfen wir wie Jesus mit dem Heiligen Geist gesalbt sein.

Ein Evangelium der Liebe?

Immer mehr wird ein Evangelium der Liebe verkündet. Dieses bezieht sich zum Beispiel auf Bibelstellen wie im Johannesbrief „Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“

Ein Motto von diesem Evangelium lautet: „Lass dich von Gott lieben und gib diese Liebe weiter.“

Oder: „Alle Menschen wären glücklich, wenn sie nur erkennen würden, dass Gott sie liebt.“ Und damit verbunden: „Alle Menschen sind geliebte Kinder Gottes. Sie müssen es nur erkennen.“

Nun es ist wahr, dass Gott die Menschen liebt. Und es ist wunderbar zu wissen, dass derjenige, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, ein Gott der Liebe ist, der die Menschen liebt.

Aber das ist nicht das Evangelium, die gute Botschaft des Neuen Testaments, der Bibel.

Stell dir vor: Du bist auf offenem Meer am Ertrinken. Da fährt ein Schiff an dir vorbei und alle rufen dir zu: „Wir lieben dich von ganzem Herzen. Du bist ein wunderbarer Mensch. Wir nehmen dich total an, so wie du bist mit all deinen Fehlern. Wir wollen einfach, dass du zutiefst in deinem Herzen weisst: Du bist so geliebt.“ Und dann wirst du mit dieser Botschaft allein gelassen und das Schiff fährt weiter.

Das ist keine rettende Liebe. Vielleicht mögen diese Worte für ein paar Sekunden Hoffnung in dir aufflackern lassen, dass die Leute auf dem Schiff dir tatsächlich helfen. Aber umso grösser wird deine Enttäuschung sein, wenn du sie wegfahren siehst, ohne dass sie dir geholfen haben. Und du wirst dir sagen: Das war keine Liebe, das waren blosse Worte. Das waren Lügen.

Gott ist nicht so. Seine Liebe ist echt. Deshalb wirft er dir den Rettungsring zu. Und dieser Rettungsring ist Jesus Christus.

In Johannes 3,16 heisst es: „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. „

Gott ist Liebe. Das ist wahr. Aber es ist nicht seine Liebe, die uns rettet, sondern sein Erlösungswerk auf Golgatha, wo sein Sohn als unschuldiges Lamm stellvertretend für unsere Schuld starb.

Dieses stellvertretende Opfer anzunehmen ist die einzige Möglichkeit, wie wir Menschen gerettet werden können und nicht aufgrund unserer Schuld und Ungerechtigkeiten am Ende der Tage in die Hölle geworfen werden müssen. Nur so können wir vor Gott gerecht werden und kann er uns in Sein Reich der Himmel aufnehmen.

Gott hat seinen Rettungsring ausgeworfen. Nun bleibt es an uns, zu entscheiden, ob wir diesen Rettungsring ergreifen wollen oder nicht.

Wie können wir das tun? In der Pfingspredigt gab Petrus, dem diese Frage gestellt wurde, folgende Anweisungen:

„Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Apg. 2,38

Was bedeutet es, Busse zu tun? Mit Busse tun sind nicht irgendwelche Bussübungen gemeint, oder mit hängendem Kopf rumzulaufen. Busse bedeutet Umdenken. Busse bedeutet erkennen, dass ich verloren bin und Rettung brauche und mich entscheide, diese Rettung anzunehmen.

Zurück zum offenen Meer. Ich kann den Rettungsring dankend oder spottend ablehnen im Glauben, dass ich die 2000 km bis zum rettenden Ufer noch locker schaffe. Aber ich kann auch erkennen, dass ich den Rettungsring brauche, dass ich verloren bin, wenn ich ihn nicht ergreife und ich kann mich entscheiden, ihn zu ergreifen.

Und was geschieht, wenn ich mich taufen lasse zur Vergebung der Sünden? Die Taufe im Neuen Testament ist immer ein völliges Untertauchen im Wasser. Mit der Taufe identifiziere ich mich mit Jesus Christus. Ich sterbe mit ihm am Kreuz, in dem ich im Wasser untertauche und werde mit ihm begraben und stehe mit ihm wieder auf zu einem neuen Leben, als neue Kreatur, wenn ich aus dem Wasser wieder hoch komme. Dadurch werde ich auch rein gewaschen von den Sünden. Das alte Leben ist vorbei.

Zurück zum offenen Meer! Die Taufe ist der Rettungsring, den ich ergreife. Durch das Ergreifen des Rettungsringes gebe ich das Selberschwimmen, das alte Leben auf und ich werde vom Selberschwimmenmüssen erlöst. Durch den Rettungsring werde ich auf das Schiff gezogen. Und auf dem Schiff beginnt das neue Leben und ich werde Teil der Schiffsgemeinschaft.

Und als neue Kreatur, werde ich mit dem Heiligen Geist erfüllt, der mir die Kraft und Erkenntnis gibt, das neue Leben zu leben. Auf dem Schiff angekommen brauche ich Nahrung, trockene Kleider und Erkenntnis, wie das neue Leben auf dem Schiff als Teil der Schiffsgemeinschaft aussieht. Meine Schwimmfähigkeiten nützen mir da nicht mehr viel.

Busse, Wassertaufe und Erfüllung mit dem Heiligen Geist sind drei Teile der einen Errettung, die zusammen gehören. Und noch etwas möchte ich erwähnen. Es eigentlich total logisch und selbstverständlich: Ich muss in diesem neuen Leben wandeln. Oder im Bild vom offenen Meer gesprochen: Ich muss auf dem Schiff bleiben. Wenn ich das Schiff verlasse und wieder ins Meer springe, dann muss ich eben wieder selber schwimmen.

Gott ist Liebe. Und weil er die Menschen liebt, macht er den Menschen dieses Rettungsangebot. Und nur wenn wir dieses Rettungsangebot annehmen, sind wir gerettet.

Und als Gerettete dürfen wir unsern Mitmenschen von diesem Rettungsangebot erzählen. Das ist gelebte Liebe Gottes. Aber wenn wir ihnen nur erzählen, dass Gott sie liebt und dass sie nur einfach glauben sollen, dass sie Geliebte Gottes sind und ihnen nicht zeigen, wie sie den Rettungsring Gottes annehmen können, dann sind wir wie die Menschen auf dem ersten Boot, die einem Ertrinkenden ein paar schöne heuchlerische Worte sagen und weiter fahren ohne ihm konkrete Hilfe anzubieten.

Wenn du mehr wissen willst, über dieses wunderbare Rettungsangebot nimm doch Kontakt mit mir auf oder lies die Seite: „Die beste Botschaft“.

Nume wege dem (Nur deswegen)

Kaum jemand zweifelt an der geschichtlichen Existenz von Jesus. Sie ist einfach zu klar bewiesen. Aber damals wie heute ist die grosse Frage: War er einfach ein Mensch, gut oder schlecht, oder war er der Sohn von Gott?

Was sagte er von sich selbst? Er bekannte sich ganz klar dazu, dass er der Sohn von Gott ist. Das war die Ursache für sein Todesurteil. Die führenden Juden konnten das nicht akzeptieren. Für sie war ein solcher Anspruch eine Gotteslästerung, welche den Tod verdiente.

Wenn Jesus von sich behauptete, dass er der Sohn von Gott ist, der verheissene Messias, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder hat er die Wahrheit gesagt, oder er ist ein Lügner und Betrüger. Und einen solchen kann man auch nicht als einen guten Menschen beschreiben.

Und was ist, wenn er tatsächlich Gottes Sohn ist? Was ist, wenn er tatsächlich der Gesandte seines Himmlischen Vaters ist, der verheissene Messias der Juden, das Lamm Gottes, das die Sünde der Menschen trug, der Retter der Menschen?

Wenn er wirklich das ist, was die Evangelien bezeugen und im Alten Testament vorausgesagt ist, dann kommt an Jesus niemand vorbei. Dann stellt sich die Frage an jeden Menschen: Nimmt er die Rettung an, die Jesus anbietet oder spricht er sich selbst das Urteil, indem er diese Rettung ablehnt?

Die Juden haben Jesus durch die Hand der Römer kreuzigen lassen. Aber sie sind ihn nicht los geworden; denn Jesus ist wieder auferstanden. Der Mensch kann Gott nicht umbringen. Er kann seine Existenz abstreiten, verleugnen, nicht an sie glauben oder nicht für wichtig halten, sie vernachlässigen. Aber das ändert nichts an seiner Existenz. Niemand wird Jesus los.

Wenn Jesus Gottes Sohn ist und die Bibel die Wahrheit lehrt, dann werden alle Menschen einmal vor ihm stehen, wenn er als Richter wieder kommt.

Ein richtender Gott? Viele Menschen mögen das nicht. Aber wo kein Gericht statt findet, da findet man auch keine Gerechtigkeit. Und wo die Ungerechtigkeit wohnt, kann das ein Ort der Liebe sein?

Nein, Gerechtigkeit und Liebe gehören zusammen. Sie sind in Jesus vereint. Deshalb kam Jesus zurerst als Retter und macht den Menschen, sein Angebot der Errettung, der Vergebung der Sünden (der ungerechten Taten). Er sagt von sich: Ich richte niemanden. Aber wer mein Angebot der Rettung ausschlägt, der richtet sich selbst. Und wenn Jesus als der Richter das zweite Mal kommen wird, dann wird er nur das Urteil vollziehen, das sich die Menschen selber gesprochen haben.

Mehr darüber, wie man diese Rettung annehmen kann auf meiner Seite „Die beste Botschaft“. Zu findem im Menue.

Nume wege dem, nume wege dem
händ sie dä as Chrüz lo nagle
und ä hufe Schläg lo hagle,

wil er bhauptet het
und das isch würklech fett:
Er sig dä Sohn vo Gott,
dä Retter us der Not.

Doch d’Rechnig goht nöd uf;
denn dä stoht wider uf.
Was isch das bloss.
Sie werde dä nöd los.

Und schliesslich muemer sägä
und das isch nöd verwägä:
Das isch dä Sohn vo Gott,
Dä Retter us der Not.

Allein aus diesem Grund liessen sie ihn ans Kreuz nageln,
weil er behauptet hat, er sei der Sohn Gottes, der Retter aus der Not.

Doch die Rechnung geht nicht auf; denn er steht wieder auf.
Was ist das bloss. Sie werden ihn nicht los.

Und schliesslich muss man sagen und das ist nicht verwegen:
Das ist der Sohn von Gott, der Retter aus der Not.

 

Lue doch

Lue doch, lue doch d’Schöpfig a
und denk dra und denk dra:
Nüt chunt vo nüt.
Hinder de Schöpfig mues e Schöpfer si.
Nume das cha logisch si.

Schau doch die Schöpfung an
und denk daran:
Nichts kommt von nichts.
Hinter der Schöpfung muss ein Schöpfer stehen.
Nur das kann logisch sein.

Überall ist es doch klar. Es gibt keine Bild ohne einen Maler. Kein Haus ohne jemand, der es gebaut hat. Hinter allem steht eine Persönlichkeit mit ihren Fähigkeiten und ihrem Willen. Und jedes Werk ist auch ein Ausdruck von dem, der es geschaffen hat.

Warum sollte dies gerade bei der Schöpfung anders sein? Dabei ist gerade die Schöpfung so ins Detail geplant und perfekt, dass wir Menschen trotz aller beeindruckenden Erkenntnis nur einen Bruchteil davon verstehen können.

Und wenn es einen Schöpfer gibt, dann hat er die Schöpfung mit einer Absicht geschaffen. Und damit hat alles einen Sinn, nämlich diese Absicht des Schöpfers. Wenn wir am Sinn des Lebens nicht vorbei leben wollen, dann sollten wir uns darum tun, die Absicht des Schöpfers kennen zu lernen.

Auf die Frage der Gelehrten jener Zeit, was denn das Wichtigste im Leben sei, eben diese Absicht, antwortete Jesus:  „Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.“ Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ Matthäus 22,37-40

Gott hat uns Menschen geschaffen, damit wir in einer Liebesgemeinschaft mit ihm leben. Wie wir in diese Liebesgemeinschaft mit ihm hineinkommen habe ich auf der Seite „Die beste Botschaft“ beschrieben.

 

Die Bibel lesen, hören und sehen

Es ist gut die Bibel zu lesen. Das Lesen hat den Vorteil, dass man jederzeit eine Pause einlegen kann, um über einen Vers tiefer nach zu denken. Eine gute Möglichkeit ist, um immer eine Bibel bei sich zu haben, zum Beispiel um Wartezeiten sinnvoll zu nützen, die Bibel auf das Smartphone zu laden. Die Bibel App von You Version bietet verschiedene Übersetzungen in verschiedenen Sprachen an.

Eine andere Möglichkeit, die Bibel besser kennen zu lernen ist die Bibel zu hören. Zum Beispiel bei www.bibel-hoerbuch.de ist so eine App erhältlich. Ich persönlich höre die Bibel gerne  beim Frühstücken und anderen Gelegenheiten. Beim Hören nimmt man den Bibeltext anders wahr als beim Lesen. Schnell hat man auch einige Kapitel oder ganze Briefe gehört. Das hilft, die Bibeltexte in ihrem Zusammenhang zu verstehen.

Und eine dritte gute Möglichkeit ist, die Bibel zu sehen. Es gibt gute Filme auf youtube, die den Bibeltext visualisieren. Das heisst, die Filmdarsteller sprechen ausschliesslich den biblischen Text. Natürlich muss man sich bewusst bleiben, dass ein Film immer ein Film ist. Das heisst, es ist immer viel Interpretation dabei. Bereits, wenn jemand einen Bibeltext liest, ist immer schon viel Interpretation dabei. Man kann ja die gleichen Worte ganz verschieden sagen. Je nachdem ob man sie zum Beispiel ärgerlich oder freudig sagt, kommen sie beim Hörenden ganz verschieden an. Und wenn die Bibel nicht nur vorgelesen, sondern auch noch bildlich dargestellt wird, fliesst  noch viel mehr Interpretation rein. Und auch wenn die Filmemacher sich sicher Mühe gegeben haben, den Film möglichst wirklichkeitsnah zu produzieren, beruht ganz vieles auf einer Annahme, die falsch oder richtig sein kann. Wer kennt schon all die Details, wie sie wirklich vor 2000 Jahren waren? Und doch meine ich sind solche Filme eine grosse Hilfe, die Bibel zu verstehen. Vor allem wurde mir bewusst, dass Jesus als der Sohn wirklich Mensch geworden war, ein Mensch so wie wir, auch wenn er dabei Gott geblieben ist.

Was mir persönlich sehr gut gefällt, ist das Matthäus-Evangelium und das Johannes-Evangelium von Visual Bible.

Beim Matthäus-Evangelium hat mir besonders gut gefallen, wie fröhlich und natürlich menschlich Jesus dargestellt wird. Mir wurde bewusst, dass ich mir wohl aufgrund der oft ernst-feierlichen Atmosphäre in den Gottesdiensten ich mir in meiner Fantasie auch einen ernst-feierlichen Jesus vorgestellt habe. Ja, wenn wir die Bibel lesen, werden wir ja auch aufgrund unserer Vorstellungsgabe automatisch zu Filmemacher in unserem Kopf. Und diese Filme sind genau so Interpretation und entsprechen wahrscheinlich nicht genau der Wahrheit.

Beim Anschauen des Johannes-Evangelium wurde mir bewusst, dass es von allem Anfang an immer um die Frage ging: Ist Jesus Gottes Sohn oder nicht? Und dass die führenden Juden ihn schon sehr früh ab Beginn seiner Wirksamkeit töten wollten, weil sie den Anspruch Jesu, Gottes Sohn zu sein, nicht anerkennen wollten. Eigentlich sehr verständlich, dass die Menschen von damals mit diesem Anspruch Mühe hatten. Und wie geht es uns Menschen heute?

Hier die links:

Das Reich Gottes

Jesus verkündigte das Reich Gottes. Der Kernpunkt seiner Verkündigung war:

Tut Busse; denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“

(Matthäus 4,17)

Das Reich der Himmel ist das Reich Gottes, der Ort wo Gott regiert, wo der Wille Gottes geschieht.

Jesus lehrte seine Jünger so beten:

Unser Vater, der du bist im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auch auf Erden.“

(Matthäus 6,9-10)

Gott Vater ist im Himmel. Und sein Wille geschieht im Himmel. Deshalb ist der Himmel auch sein Reich.

Auf Erden haben wir aber offensichtlich eine andere Situation. Da geschieht nicht nur Gottes Wille. Wie kam es dazu?

Gott hatte den Menschen nicht für diese Welt geschaffen, wo nur teilweise sein Wille geschieht, sondern für das Reich der Himmel, wo sein Wille in Vollkommenheit geschieht.

So beschreibt die Bibel, dass die ersten Menschen, Adam und Eva zuerst im Paradies lebten, in völligem Einklang mit dem Willen Gottes. Doch weil Gott Liebe ist und wahre Liebe immer dem andern die Freiheit lässt und den eigenen Willen den andern nie aufzwingt, gab Gott dem Menschen durch den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse die Möglichkeit, sich gegen Gottes Willen zu entscheiden.

Mit dem Essen der Frucht von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse drückten Adam und Eva aus: Gott, wir wollen nicht einfach deinen Willen tun. Wir wollen selber entscheiden, was gut und was böse ist. Wir wollen nicht deinen Willen tun, sondern unsern.

Also, warum sind wir Menschen auf dieser Welt, wo es offensichtlich Gutes und Böses gibt und nichts so sicher ist, wie dass wir alle sterben müssen? Für viele mag es schwer zu verstehen sein. Aber es gibt Böses auf der Welt (natürlich auch viel Gutes) weil Gott Liebe ist und weil die Liebe immer die Freiheit lässt. Und weil wir Menschen uns entschieden haben (Adam und Eva haben sich nicht nur für sich selbst entschieden, sondern als erste Menschen auch logischerweise für alle Nachkommen), nicht den Willen Gottes, sondern den eigenen Willen zu tun. Den eigenen Willen zu tun und nicht den Willen Gottes, war die Versuchung des Teufels und somit haben sich Adam und Eva mit der Entscheidung, den eigenen Willen zu tun, sich auch entschieden den Willen des Teufels zu tun. Und so ist es auch heute. Sich zu entscheiden, den eigenen Willen zu tun, bedeutet immer auch, sich zu entscheiden, den Willen des Teufels zu tun. Dies ist nicht zwangsläufig die Entscheidung, etwas Böses zu tun. Nein, es ist die Entscheidung, selber darüber zu entscheiden, was gut und was böse ist. Genau so wenig ist die Entscheidung, Gutes zu tun, die Entscheidung, den Willen Gottes zu tun. Dies ist ein Trugschluss, auf den viele herein fallen. Schwer zu verstehen? Ich versuche es nochmals zu erklären.

Die Versuchung des Teufels im Garten Eden (oder im Paradies) war nicht, Böses zu tun, sondern selber darüber zu entscheiden, was gut und was böse ist. Mit dieser Entscheidung rebellierten sie gegen Gott und machten sie sich selber zum Gott. Mit dieser Entscheidung verliessen sie den Willen Gottes und damit das Reich Gottes.

Und solange wir in dieser Grundentscheidung verharren, verharren wir in der Rebellion gegen Gott, bewegen uns ausserhalb des Willens und des Reiches Gottes, selbst wenn wir uns entscheiden, das Gute zu tun. Es ist auch nicht das Gute, das Gott will, sondern das Gute, das wir wollen.

Kaum ein Mensch will wirklich Böses tun. Auch Adam und Eva haben sich nicht für das Böse entschieden, als sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse assen. Sie waren überzeugt, dass sie es schaffen werden, das Gute zu erwählen und das Gute zu leben. Nun, was lehrt uns die Menschheitsgeschichte? Wenn wir Menschen es geschafft hätten, dann hätte es kein Böses auf dieser Welt gegeben und wenn wir es heute schaffen würden, dann würde es auch heute nichts Böses auf dieser Welt geben.

Warum schaffen wir es nicht? Wir Menschen haben zwei Probleme. Einmal ist es gar nicht so leicht, das Gute von dem Bösen zu unterscheiden. Vieles, was anfänglich gut erscheint, zeigt mittel- und langfristig böse Folgen. Und oft wird übersehen, dass das, was für die einen (zum Beispiel für sich selbst) gut ist, für andere gar nicht so gut ist. Das ist das eine Problem. Und das andere Problem ist, dass wir oft nicht fähig sind, das Gute, das wir erkannt haben, auch wirklich auszuführen. So lautet ein altes Sprichwort: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.“

Nun trotzdem gibt es viele Menschen, die glauben an den Fortschritt. Sie glauben, wir müssen uns einfach noch ein bisschen mehr anstrengen und dann werden wir je länger besser und besser. Nun, ich muss das stehen lassen. Meine Beobachtung allerdings ist es nicht.

Dazu habe ich ein kleines Liedchen geschrieben:

Au, au, au Tagesschau. Lue doch wie uf Erde, d’Mensche besser werde.

Au, au, au Tagesschau. Schau doch wie auf Erden, die Menschen besser werden.

Ich glaube, Jesus hat eine bessere Botschaft: „Tut Busse, denn das Reich der Himmel ist nahe herbei gekommen.“

Es gibt eine Möglichkeit, zurück in das Reich Gottes, in das Reich des Vaters, in das Reich der Himmel zu kommen. Diese Möglichkeit benennt Jesus „Busse“. Busse bedeutet Umkehr oder Umdenken.

Es geht hier die Umkehrung der Entscheidung von Adam und Eva durch das Essen vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse aus dem Willen und damit aus dem Reich Gottes heraus zu treten. Es ist die Entscheidung zurück ins Reich Gottes, zurück unter den Willen Gottes, die Entscheidung nicht mehr selbst Gott zu spielen, sondern sich Gottes Willen unter zu ordnen, ihn entscheiden zu lassen, was Gut und Böse ist.

Gott hatte Adam und Eva gewarnt mit den Worten: Wenn ihr von diesem Baum esst, dann müsst ihr sterben. Der Tod ist die Konsequenz dieser Entscheidung. Mit dieser Entscheidung hatte der Mensch sein Ziel verfehlt, nämlich in einer Liebesgemeinschaft mit Gott zu leben. Das biblische Wort für diese Zielverfehlung ist Sünde. Die Folge der Sünde ist der Tod.

Es gibt keinen einfachen Weg zurück. Für uns Menschen hätte es gar keinen Weg gegeben, wenn nicht Jesus den sehr schweren Weg gegangen wäre, nämlich stellvertretend für die Sünde der Menschen am Kreuz zu sterben. So hat er für uns einen relativ einfachen und gangbaren Weg geebnet, zurück ins Reich Gottes.

Die einzige Bedingung ist, dass wir wollen. Aber dieses neue Leben im Reiche Gottes zu ergreifen ist nur möglich, wenn wir bereit sind, unser altes Leben, wo wir unseren eigenen Willen getan und unser eigener Gott waren, aufzugeben.

Die Bibel redet von einem Sterben des alten Menschen (des alten Lebens) mit Christus am Kreuz durch die Taufe. Die Taufe, die wir in der Bibel finden, ist immer ein Untertauchen im Wasser. Dieses Untertauchen hat die Bedeutung mit Christus zu sterben und begraben zu werden. Das Wiederhochkommen aus dem Wasser hat die Bedeutung mit Christus zu einem neuen Leben als neuer Mensch zu auferstehen.

Mehr dazu auf der Seite „Die beste Botschaft“.

Das Reich der Himmel ist nahe. Dies bedeutet, dass nun die Gelegenheit da ist, in das Reich der Himmel einzutreten.

Das „nahe“ bedeutet aber auch, dass es noch nicht ganz da ist. Auch wenn wir uns entscheiden, in dieses Reich der Himmel einzutreten und wir durch die Taufe ein neuer Mensch geworden sind, leben wir trotzdem noch in dieser Welt von Gut und Böse. Jesus bekennt vor Pilatus, dass er ein König ist. Aber er sagt auch, dass sein Königreich nicht von dieser Welt ist, sonst hätten seine Diener gekämpft, dass er nicht den Juden ausgeliefert worden wäre. (Johannes 18,36)

Dies haben in der Vergangenheit ganz viele „Christen“ nicht verstanden und sie haben nach der Weise dieser Welt unter anderem auch mit Waffengewalt versucht „im Namen Jesu“ das Reich der Himmel auf Erden aufzurichten. So ist zum Beispiel die Römisch Katholische Kirche eine bedeutende weltliche Macht geworden. Doch die Zeit ihrer grössten Macht wird als das finstere Mittelalter bezeichnet. Dies tönt so gar nicht nach „Himmel auf Erden“. Auch viele der Reformatoren haben dies nicht verstanden und so haben auch die Protestanten bald begonnen, ihren evangelischen Glauben mit Waffen zu verteidigen und es sind die evangelischen Landeskirchen entstanden.

Auch heute scheint es mir, dass viele Christen (auch freikirchliche und nichtkirchliche) es nicht verstanden haben, dass das Reich Gottes nicht von dieser Welt ist. Und sie versuchen auf verschiedene Art und Weise das Reich Gottes auf dieser Erde aufzurichten. So lautet ein bekannter Slogan „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“. Und mit wem will man dieses Ziel erreichen? Mit den Menschen guten Willens. Natürlich ist Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung etwas Gutes und Erstrebenswertes. Aber wie wir bereits gesehen haben, liegt das Problem von uns Menschen tiefer und es wird nicht gelöst, wenn wir uns mit unserer Willenskraft für das Gute einsetzen.

Das Reich Gottes ist nahe, weil Jesus bald wiederkommen wird als Richter und als König. Dann wird er diesem Zustand der Welt, wo es Gutes und Böses gibt, ein Ende bereiten. Dann wird er die Menschen richten. Und alle, die Böses getan haben, werden an einen Ort kommen, den die Bibel den Feuersee nennt oder die Hölle. Die Bibel bezeichnet dies auch als zweiter Tod. Wunderbar, können wir denken. Dann sind wir endlich die Bösen los. Aber wo ist ein Mensch, der nie etwas Böses getan hat. Es mag einige geben, die von sich so denken. Aber in der Bibel lesen wir, dass kein Mensch dem gerechten Masstab Gottes genügen kann. (Römer 3,23).

Deshalb ist Jesus das erste Mal als Retter gekommen. Und nun leben wir in dieser Gnadenzeit, wo wir das Rettungsangebot annehmen können. Und Jesus sagt, dass wer dieses Rettungsangebot nicht annimmt, sich selbst richtet. So wird Jesus, wenn er als Richter wiederkommt, nur das Urteil vollstrecken, zu dem sich jeder Mensch selbst entschieden hat.

Jetzt ist die Zeit, sich selbst für das Reich Gottes zu entscheiden und andere dazu einzuladen. Das Reich Gottes ist schon jetzt eine geistliche und himmlische Wirklichkeit. Und wo Menschen wirklich in diesem Reich leben, wird es zum Teil auch schon sichtbar. So betet Jesus für die Einheit seiner Jünger, damit die Welt glaube, dass der Vater ihn gesandt hat. (Johannes 17,21). Da geht es um eine geistliche Einheit und gelebte praktische Liebe, nicht um organisatorische Zusammenschlüsse.

Zum Schluss nochmals ein Liedchen:

Gottes Rych isch do.

Wenn d’wotsch chasch ine cho.

Es isch nume för die, wo wönd.

Jede cha mache, was er wott.

I entscheide mi för Gott.

Denn Gott macht mis Läbe flott.

Gottes Reich ist da.

Wenn du willst, kannst du rein kommen.

Es ist nur für die, welche wollen.

Jeder kann machen, was er will.

Ich entscheide mich für Gott.

Denn er macht mein Leben flott.

Mit „flott“ meine ich nicht, dass das Leben als Jünger Jesu (Christ) immer angenehm ist und Spass macht, so wie unser natürlicher Mensch das wünschen würde. Aber als Jünger Jesu bin ich auf dem richtigen Weg oder auf dem richtigen Kurs (um die Schiffssprache zu verwenden) auf den Ort hin, den die Bibel Himmel nennt, wo nichts Böses mehr sein wird, wo die Herrlichkeit Gottes, seine Liebe und Gerechtigkeit und Güte alles erfüllt.

Läbigi Steine – Lebende Steine

Ein Haus mit lebendigen Steinen ist eine Beschreibung für die Gemeinschaft der Jünger Jesu. Diese macht deutlich, dass es sich dabei nicht um ein Gebäude mit toten Steinen handelt, das wir in unserer Gesellschaft oft als Kirche bezeichnen. Nun ein Gebäude aus toten Steinen ist etwas sehr Nützliches. Und solch ein Gebäude kann Raum bieten, wo Gemeinschaft der Jünger Jesu, das Haus Gottes, welches mit lebendigen Steinen gebaut wird, statt finden kann. Aber ein Gebäude soll immer einen dienenden Charakter haben und soll nicht mit dem eigentlichen lebendigen Haus Gottes verwechselt werden. Das gleiche gilt für Organisationen und Institutionen.

„Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichem Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum.“                  1. Petrus 2.5 

Ich habe eine neue Seite eröffnet unter diesem Titel *Läbigi Steine“. Auf dieser Seite platziere ich Artikel, die mehr zu diesem Thema gehören, während ich auf dem Blog vor allem auf Fragen des Glaubens eingehe.

Auch bin ich mit Freunden dabei, Hausgemeinden zu gründen, welche im Sinne von „Läbigi Steine“ funktionieren. Möchtest du Teil einer solchen Hausgmeinde werden? Melde dich doch!